Die Ursprünge: Gastfreundschaft gegenüber Fremden und Hilfsbedürftigen

Der Begriff „Hospiz“ geht auf die Hospize (lat. Herberge, Gastfreundschaft) zurück, die im Mittelalter vor allem von geistlichen Orden in Europa errichtet wurden. Diese Herbergen boten nicht nur Reisenden Schutz, sondern auch Armen, Kranken und Sterbenden. Hospize waren Orte der Geborgenheit – auch auf dem letzten Abschnitt  des Lebens.

Hospize in unserer Zeit

Im 20. Jahrhundert prägte Dr. Cicely Saunders die Grundzüge der modernen Hospizbewegung. 1967 eröffnete die Ärztin das St. Christopher’s Hospice in London. Ihr Pflegekonzept war bis dato einmalig: Sterbende sollten so betreut werden, dass sich medizinische, pflegerische, spirituelle, soziale und psychologische Aspekte gegenseitig ergänzen. Der Schmerzbekämpfung als Basis des Wohlergehens räumte sie einen hohen Stellenwert ein. Ihre Idee setzte sich durch, zunächst in England, Nordamerika und Skandinavien, dann überall in Europa und im Rest der Welt.

Eine weitere Pionierin der Hospizbewegung ist die aus der Schweiz stammende Ärztin und Psychologin Elisabeth Kübler-Ross, die sich intensiv mit dem Tod und dem Sterben auseinandergesetzt hat. Durch ihre zahlreichen Begegnungen mit Sterbenden und ihre Veröffentlichungen gelang es ihr, viele Tabus aufzulösen. Sie verschaffte dem Thema mehr Beachtung und ermutigte viele Menschen, mit Sterben, Tod und Trauer offener umzugehen.

Die moderne Hospizkultur: Eine Idee nimmt Form an

Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte die Hospizidee in den 1980er Jahren auch in Deutschland Fuß fassen. 1986 gründete Dr. Paul Türks das erste deutsche Hospiz in Aachen. 1989 erkannten auch die Kirchen die Hospizbewegung und die Notwendigkeit von Hospizen an. 1991 schloss sich die Bundesregierung dieser Einschätzung an. Seither haben sich viele Haupt- und Ehrenamtliche dafür eingesetzt, dass Sterben mehr und mehr als Teil des Lebens begriffen wird und Sterbende den letzten Lebensweg möglichst angst- und schmerzfrei gehen können.